Reise- und Sicherheitshinweise Chile

Chile ist ein gut erschlossenes Reiseland. Mit modernen Überlandbussen sind fast alle Teile des Landes erreichbar. Zugverbindungen gibt es von Santiago aus nur in Richtung Süden (bis Chillán).

Geld und Kreditkarten

Kreditkarten können grundsätzlich verwendet werden; Einschränkungen für deren Benutzung sind lediglich in kleineren Orten gegeben. Bargeld kann an den meisten Geldautomaten unter Eingabe der PIN per Kreditkarte oder EC-Karte mit Maestro-Zeichen älteren Ausgabedatums (kein V-Pay-Zeichen) abgehoben werden. Geldautomaten sollten aus Sicherheitsgründen nur während der Geschäftszeiten benutzt werden. Es wird empfohlen, grundsätzlich keine größeren Bargeldmengen bei sich zu tragen. Das Preisniveau in Chile ist im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern relativ hoch; es sollten ausreichend Reisemittel eingeplant werden.

Sprache

Reisende sollten zumindest über Grundkenntnisse des Spanischen verfügen, da Englisch- und Deutschkenntnisse (außer im Süden des Landes) wenig verbreitet sind.

Mietwagen

Laut Auskunft des chilenischen Außenministeriums können Touristen mit dem deutschen nationalen Führerschein in Chile fahren. Für eventuelle Polizeikontrollen empfiehlt es sich, eine spanische Übersetzung oder den mehrsprachigen internationalen Führerschein mitzuführen. Bei der Reiseplanung ist zu beachten, dass man mit einem Mietwagen in der Regel nicht in die angrenzenden Länder fahren darf. Mietwagen sind leider oft in schlechtem technischen Zustand.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Drogenkonsum und –handel werden auch bei kleinen Mengen mit hohen Haftstrafen geahndet. Auch die Mitnahme bzw. Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann daher verhängnisvolle Folgen haben.

Bei Unfällen mit Personenschäden ist mit Untersuchungshaft für alle Beteiligten zu rechnen. Bei Verhaftungen sollte auf sofortiger Unterrichtung der deutschen Botschaft bestanden werden.

Medizinische Hinweise

Impfschutz

Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber für alle Reisenden ab dem vollendeten ersten Lebensjahr wird bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet auf die Oster-Inseln gefordert, siehe auch www.who.int Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (www.rki.de). Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, ggf. auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza. Als Reiseimpfungen werden zudem Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt auch Hepatitis B empfohlen; nur bei besonderer Exposition ggf. auch Tollwut und Typhus.

Malaria

Chile ist malariafrei.

Dengue-Fieber

Dengue wird derzeit nur auf der Osterinsel durch tagaktive Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten. Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen, (s. u.).

Leishmaniose

Die cutane und mucocutane Form kommt (sehr selten, Zentral- und Nord-Chile) vor. Die einzelligen Parasiten werden ebenfalls durch Mücken übertragen. Auch in dieser Hinsicht ist ein Schutz vor Mücken empfehlenswert (s. u.). Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird daher Reisenden empfohlen:

        • körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
        • Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen.

HIV / AIDS

Durch ungeschützte sexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere aber bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Der Verzehr roher Fleisch-, Geflügel-, Fisch- bzw. Eier-Speisen sollte vermieden werden.

Hantavirus

Diese insgesamt seltene Erkrankung kann landesweit in der Regel in ländlichen Gebieten nach durchschnittlich 2-4 Wochen nach Aufnahme von mit Hantaviren kontaminierten Sekreten infizierter Nagetiere über die Atemwege bzw. den Magen-Darm-Kanal zu grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen führen. In seltenen Fällen können tödliche Komplikationen durch Befall der Nieren oder des Herz-Lungensystems entstehen (hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom, HFRS oder kardio-pulmonales Syndrom, HPS bzw. HCPS). Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nur in extrem seltenen Fällen statt. Eine Impfung bzw. medikamentöse Prophylaxe existiert nicht.

Medizinische Versorgung

Das medizinische Versorgungsangebot ist in den größeren Städten in der Regel mit dem in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande jedoch vielfach technisch, apparativ und hygienisch problematisch. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen. Vor einer Reise nach Chile wird eine individuelle Beratung durch Tropen- bzw. Reisemediziner empfohlen; zu Beratungsstellen siehe auch www.dtg.org Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung. Die Angaben erfolgen aufgrund von Informationen, die den Auslandsvertretungen zum Zeitpunkt der Abfassung vorliegen. Die Hinweise und insbesondere die Benennung der Ärzte sind dabei unverbindlich und ohne Gewähr. Der Patient hat für alle Kosten und Gebühren im Zusammenhang mit dem von ihm selbst erteilten Behandlungsauftrag aufzukommen.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis: Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

 

Allgemeine Informationen über Chile

Stand: Februar 2015

Ländername: República de Chile / Republik Chile

Klima: Von Wüsten (Norden) über mediterrane (Mitte) bis zu gemäßigt feuchtkühlen Zonen (Süden)

Lage: 17° – 56° südlicher Breite

Größe: 756.626 km²

Hauptstadt: Santiago (6,5 Mio. Einwohner)

Bevölkerung: 16,3 Mio., ca. 75% Mestizen, etwa 10% Indigene, Wachstumsrate ca. 1%

Landessprache: Spanisch

Religionen: Katholiken: 67,37%, Protestanten: 16,62%, Übrige: 11,58%

Nationaltag: 18./19. September (Fiestas Patrias)

Unabhängigkeitserklärung: 18. September 1810 (von Spanien)

Staatsform: Republik und Präsidialdemokratie

Staatsoberhaupt: Präsidentin der Republik,, Michelle Bachelet, seit 11. März 2014 im Amt; Wahl am 15. Dezember 2013

Vertreter des Staatsoberhaupts: Vizepräsident Rodrigo Peñailillo, Innenminister (Partido por la Democracia)

Außenminister: Heraldo Muñoz (Partido por la Democracia)

Regierungschef: Präsidentin der Republik, Michelle Bachelet

Parlament: Kongress, bestehend aus Senat (38 Sitze) und Abgeordnetenkammer (120 Sitze); Wahl nach “binominalem System” (je 2 Senatoren/Abgeordnete in 19 Senats- und 60 Abgeordneten-Wahlkreisen); letzte Wahl am 17. November 2013. Präsident der Abgeordnetenkammer (für ein Jahr): Aldo Cornejo (Christdemokratische Partei); Präsidentin des Senats (für ein Jahr): Isabel Allende (Sozialistische Partei, Tochter des 1973 gestürzten Präsidenten Salvador Allende, nicht identisch mit der gleichnamigen Schriftstellerin)

Regierungsparteien: Bündnis (Nueva Mayoría = Neue Mehrheit) bestehend aus 6 Mitte-Links-Parteien und Bewegungen:

  • Christdemokraten (PDC; 21/6): Partei mit breiter Mitte-Links-Programmatik
  • Partei für die Demokratie (PPD; 15/6): sozialdemokratisch
  • Radikal Sozialdemokratische Partei (PRSD; 6/-): links-sozialdemokratisch
  • Sozialistische Partei (PS; 15/6)
  • Kommunistische Partei (PC; 6/-)
  • Unabhängige und sonstige Linke (4/3)

Oppositionsparteien: zwei Mitte-Rechts-Parteien sowie vier ihnen zuzurechnende unabhängige Abgeordnete und ein Senator:

  • Renovación Nacional (RN, 16 Sitze in der Abgeordnetenkammer / 6 im Senat): liberal-konservativ,
  • Unión Demócrata Independiente (UDI; 29/8): konservative, rechte Volkspartei

außerhalb der Blöcke:

  • Regionalisten-Partei (PRI; 3/2)

Verwaltungsstruktur: Teildezentralisierter Einheitsstaat, aufgeteilt in 15 Regionen (Verwaltungsspitze: Intendenten) und 54 Provinzen (Gouverneure)

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: Vereinte Nationen mit allen Unterorganisationen (Santiago: Sitz der CEPAL/ECLAC – VN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik), Weltbank, IWF, OAS (Organisation der Amerikanischen Staaten), UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen), CELAC (Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik ), APEC (asiatisch-pazifische Wirtschaftskooperation), Andengemeinschaft, Pazifik-Allianz , OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; seit 2010), IRENA (Internationale Agentur für Erneuerbare Energien). Assoziiert mit MERCOSUR (Gemeinsamer Markt Südamerikas).

Wichtigste Medien: Tagespresse: El Mercurio (konservativ), La Tercera (überwiegend konservativ), La Segunda (konservativ; Abendzeitung) Zeitschriften:Qué Pasa (liberal); diverse weitere Publikationen. 5 TV-Sender mit landesweiter Ausstrahlung, Kabelfernsehen. Einflussreichster Radiosender ist „Radio BíoBío“ (unabhängig).

Bruttoinlandsprodukt (nominal): 282 Mrd. USD (2013)

BIP (nominal) per capita: 17.280 USD (2013), ausgehend von Bevölkerung von 16,3 Mio.

Haftungsausschluss:
Diese Informationen beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gesetzliche Vorschriften können sich jederzeit ändern, ohne dass wir hiervon unterrichtet werden. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird im Zweifelsfall empfohlen.